Die Flammen ließen sich nicht beeindrucken. Der gesamte spanische Staat werde alle seine Ressourcen nutzen, um das Feuer zu stoppen, kündigte Pedro Sánchez unter braunen Rauchwolken an, kaum war der spanische Regierunsgschef in der Einsatzzentrale neben dem Friedhof von Cenicientos angekommen. Von dem Dorf in der Sierra de Madrid aus ist das hungrige Feuer zu sehen, das sich oben in den Bergen ins üppige Grün frisst. Den schmutzig braunen Himmel färbt die Sonne in ein fahles Orange.Doch gegen einen der größten Waldbrände in der Geschichte des Landes wirkt der spanische Staat machtlos. Als hätte das Feuer am Samstag nur auf Ministerpräsident Sánchez und die Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso gewartet, setzte es aus den Bergen zu einem neuen Angriff auf Cenicientos an. Noch während die Politiker mit den Journalisten redeten, erging die dringliche Aufforderung an alle, den Ort „geordnet zu verlassen“.Wo zuvor noch Hubschrauber landeten, baute der Zivilschutz wenig später das Zelt ab, in dem kurz zuvor Sánchez und der Krisenstab den Einsatz des kleinen Heeres von mehr als 3400 Kräften und rund 30 Flugzeugen in Madrid und in der Nachbarregion Ávila koordiniert hatten. Nicht nur die Kommandeure traten den Rückzug an. Ihrem Konvoi folgten auch die mehr als 2000 Einwohner von Cenicientos.Dutzende geräumte Orte wurden zu GeisterdörfernDas Dorf wurde zu einer Geistersiedlung, wie seit Donnerstag fast 40 Orte, in denen oft nur noch Kühe und Pferde auf den Weiden zurückblieben. In den Straßen von Cenicientos sind nur die Schreie der Mauersegler zu hören und aus der Ferne das Dröhnen der Löschhubschrauber. Immer wieder erklingt seit Tagen auf den Mobiltelefonen der schrille Sirenenton, der die Nachricht mit dem Wort „EVACUACIÓN“ in Großbuchstaben begleitet und anordnet, die Gegend und das eigene Haus mit dem Allernötigsten sofort zu verlassen. Insgesamt mussten sich bis zum Sonntag mehr als 100.000 Menschen in Sicherheit bringen.Der spanische Ministerpräsident Pedro ...
First seen: 2026-07-26 18:02
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