Shein geht an die Börse: Der Stoff der Geopolitik

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Im dritten Anlauf will Shein nun endlich an die Börse gehen. Lange Jahre hat der chinesische Moderiese darum gekämpft und hat sich dafür eigentlich westliche Finanzzentren ausgesucht. Erst sollte es New York sein, dann London. Doch vor allem der Konflikt um die uigurische Minderheit machte dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung. China wollte eine Formulierung nicht akzeptieren, dass Zwangsarbeit in Xinjiang und deren Sanktionierung in den USA und Europa ein Risiko für Shein ist.Das Ergebnis ist ganz im Sinne der Kommunistischen Partei. Shein hat sich für Hongkong entschieden und steht damit künftig stärker unter der Kontrolle Pekings.Erfolg für PekingDer Fall des drittgrößten Modekonzerns macht deutlich, dass es im Zeitalter der geopolitischen Blockbildung kaum eine Industrie gibt, die nicht zwischen die Fronten geraten kann. Auch wenn sich Shein gern selbst so darstellt, handelt es sich nicht zuerst um einen Tech-, sondern vor allem um einen Textilkonzern. Obwohl es nicht um Computerchips, Seltene Erden, die Rüstungsindustrie oder Künstliche Intelligenz ging, wurde dessen Lieferkette zu einer Machtprobe zwischen den USA und China.Für alle anderen Unternehmen muss das eine Warnung sein. Man kann sich mit seiner Lieferkette noch so sicher fühlen, kann das eigene Produkt für noch so banal und harmlos halten. Die Logik der Geopolitik macht im Zweifel vor nichts und niemandem halt.

First seen: 2026-07-27 14:29

Last seen: 2026-07-27 16:31